Lösung 01
Kompaktdach
Ein Kompaktdach ist ein vollflächig miteinander verklebter Warmdachaufbau: Dampfsperre, Dämmung und Abdichtung bilden eine lückenlose Einheit. Trifft Feuchtigkeit lokal auf eine Beschädigung der obersten Lage, kann sie sich nicht zwischen den Schichten ausbreiten — das Unterläufigkeitsrisiko klassischer, lose verlegter Aufbauten entfällt konstruktiv.
Systemaufbau
Beim Kompaktdach wird jede Schicht vollflächig mit der nächsten verklebt — Dampfsperre, Wärmedämmung und die WIROBIT-Abdichtung gehen eine feste Verbindung ein. WIROBIT Kautschukbitumen und WIROBIT Kompakt werden dazu im Gießverfahren aufgebracht: Die heißflüssige Masse wird mittels Gießkanne vollflächig vor die Dämmplatte oder Bitumenbahn aufgetragen, die anschließend eingerollt bzw. eingedrückt wird.
Der Aufbau folgt der Flachdachrichtlinie und DIN 18531. Windsog-Sicherheit ist bei diesem vollflächig verklebten System auch bei größeren Gebäudehöhen relevant und wird produktseitig durch die Klebkraft der Verklebung sichergestellt.
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Materialverbrauch (vollflächige Verklebung Bitumenbahn) | ca. 2,5–3,0 kg/m² |
| Materialverbrauch (kompakte Verklebung Dämmplatten) | ca. 5,0–7,0 kg/m², je nach Plattendicke |
| Vergießtemperatur WIROBIT Kompakt | > 150 °C |
Schichtenfolge im Überblick
Ein WIROBIT-Kompaktdach besteht — von der Rohdecke aus aufwärts — aus folgenden vollflächig miteinander verklebten Schichten:
- Tragkonstruktion / Rohdecke — sauber, trocken, tragfähig, ggf. mit WIROBIT Voranstrich vorbehandelt (siehe Untergrundvorbereitung).
- Dampfsperre — vollflächig mit dem Untergrund verklebt.
- Wärmedämmung — vollflächig auf die Dampfsperre geklebt, keine losen oder mechanisch befestigten Bahnen.
- WIROBIT-Abdichtung (WIROBIT Kautschukbitumen oder WIROBIT Kompakt) im Gießverfahren vollflächig vor die Dämmplatte oder Bitumenbahn aufgetragen.
- Oberlage / Nutzschicht — je nach Nutzung Kies, Gründach-Aufbau oder PV-Unterkonstruktion, projektspezifisch zu planen.
Weil jede Schicht vollflächig mit der nächsten verbunden ist, entfällt der Hohlraum, in dem sich Wasser bei klassischen, lose verlegten Aufbauten ausbreiten könnte.
Planungsvoraussetzungen und Untergrundanforderungen
Für die Planung eines Kompaktdachs sind insbesondere relevant: die statische Eignung der Tragkonstruktion für den vollflächig verklebten Aufbau, die Auswahl kompatibler Dämmstoffe (siehe unten), die Detailplanung an Durchdringungen und Anschlüssen sowie die Einhaltung der Flachdachrichtlinie und DIN 18531. Der Untergrund muss vor Ausführungsbeginn sauber, trocken, tragfähig und frei von haftungsmindernden Bestandteilen sein.
Geeignete Dämmstoffe
Mit WIROBIT-Systemen sind unter anderem Schaumglas, PUR/PIR-Dämmplatten und geeignete Mineraldämmstoffe kompatibel. Die Verträglichkeit einzelner Fabrikate ist projektspezifisch zu prüfen.
Vorteile und Grenzen
Vorteile
- Kein Hohlraum zwischen den Schichten — Wasser kann sich bei punktueller Beschädigung nicht flächig ausbreiten
- Reduziertes Risiko der Unterläufigkeit gegenüber lose verlegten, mechanisch befestigten Aufbauten
- Werkmäßig konstante Materialqualität durch WIROBIT-Heißbitumen
Grenzen
- Erfordert vollflächige, sorgfältige Verklebung jeder Schicht — höherer Ausführungsaufwand als bei lose verlegten Systemen
- Nachträgliche Änderungen am Aufbau sind aufwendiger als bei mechanisch befestigten Systemen
- Setzt eine für Heißbitumen geeignete, geprüfte Untergrundvorbereitung voraus
Typische Ausführungsfehler
- Unvollständige Verklebung an Stößen und Überlappungen — dort entsteht wieder ein Hohlraum, den das Kompaktdach-Prinzip eigentlich vermeidet
- Verarbeitung außerhalb der zulässigen Aufschmelz- bzw. Einbautemperatur des jeweiligen Produkts
- Fehlende oder unzureichende Untergrundvorbereitung (Restfeuchte, haftungsmindernde Rückstände)
- Einsatz nicht geprüfter Dämmstoff-Fabrikate ohne Verträglichkeitsprüfung mit Heißbitumen
Wartungsintervalle und Nutzungsdauer hängen stark von Aufbau, Belastung und Witterung des Einzelprojekts ab — WIROBIT macht dazu keine pauschalen Angaben ohne Projektbezug. Für eine Einschätzung zu Ihrem Vorhaben: technische Beratung kontaktieren.
Passende Produkte
Ausschreibungstext
Weitere Normen und Hintergründe: DIN 18531 und Flachdachrichtlinie.
Fragen von Planern
Die Windsog-Sicherheit ist bei diesem vollflächig verklebten System auch bei größeren Gebäudehöhen relevant und wird durch die Klebkraft der Verklebung sichergestellt. Die konkrete Auslegung ist projektspezifisch mit der technischen Beratung abzustimmen.
Grundsätzlich ja — die Oberlage (Kies, Gründach-Aufbau oder PV-Unterkonstruktion) wird auf den vollflächig verklebten Abdichtungsaufbau projektspezifisch geplant. Zusatzlasten und Durchdringungen sind in der Objektplanung zu berücksichtigen.
Fragen von Verarbeitern
Im Gießverfahren: Die heißflüssige WIROBIT-Masse wird mittels Gießkanne vollflächig vor die Dämmplatte oder Bitumenbahn aufgetragen, die anschließend eingerollt bzw. eingedrückt wird. Details: Für Verarbeiter.
Auf vollständige, blasenfreie Verklebung auch an Stößen und Plattenkanten — unvollständige Verklebung ist der häufigste Ausführungsfehler bei Kompaktdächern (siehe „Typische Ausführungsfehler" oben).
Weiterführende Fachinformationen
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